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10 Jahre Öleinsatz in Le Croisic |
28-12-2009
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… marée noire …
… am 12. Dezember 2009 waren es 10 Jahre …
… es war die schlimmste Ölkatastrophe in der Geschichte Frankreichs …
Denkwürdige Weihnachten 1999 in Laufenburg und in der französischen Partnerstadt Le Croisic: Während am Hochrhein der Jahrhundertorkan „Lothar“ die Einsatzkräfte mobilisierte, wurde die Küste der Bretagne zwei Wochen nach dem Untergang des Tankers „Erika“ von der Ölpest heimgesucht.
75.000 Vögel verendeten in dem Ölteppich, 400 Kilometer Küste wurden verseucht - so lautet die Bilanz des Unglücks der \"Erika\". Der einwandige, unter maltesischer Flagge fahrende Tanker war am 12. Dezember 1999 in stürmischer See auseinander gebrochen und vor der bretonischen Küste, südlich von Brest, gesunken. Er verlor dabei ca. 17.000 Tonnen seiner Tankladung von 30.000 Tonnen Öl. Der verursachte Schaden betrug 500 Millionen Euro. Die ökologischen Schäden bei Menschen und Tieren als Folge der Ölpest sind dabei nicht mit einbezogen. Experten kamen zu dem Schluss, dass Risse im Deck zum Auseinanderbrechen des Tankers führten.
(Text aus der Tagespresse)
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Erika war der Name eines Öltankers, Lothar der des Orkans
Ein langer und harter zweiter Weihnachtstag lag hinter der Feuerwehr Laufenburg, als wir am Abend schließlich von unseren „Sturmeinsätzen“ zurückkehrten und erfahren mussten, dass die Partnerstadt Le Croisic unmittelbar von einer Ölpest betroffen war.
Als dann am Sonntagabend erste Bilder ölverschmierter Strände und verendeter Vögel- unter anderem direkt aus Le Croisic- über den Bildschirm flimmerten, fiel noch am gleichen Abend die Entscheidung, den französischen Freunden zu Hilfe zu eilen. Ein Einsatz, der angesichts des Ausmaßes der Katastrophe in der Bretagne als Geste gedacht war.
Sieben Freiwillige haben sich sofort für diesen Hilfseinsatz gemeldet.
Vor dem Aufbruch am Montagabend wurde der Tag genutzt, um Material und Ausrüstung zusammenzustellen.
Neben Gummistiefeln, Rechen und Schaufeln wurden von der Firma H. C. Starck auch Schutzanzüge und Spezialhandschuhe für diesen Einsatz zur Verfügung gestellt.
Erfreulicherweise schloss sich die Stadtverwaltung Laufenburg der Aktion mit einer weiteren Geste an. Sie bezuschussten die Fahrtkosten im Mannschaftswagen der Feuerwehr.
Die Fahrt durch die Nacht war nicht ganz ungefährlich, da wir schon im Elsass mit Neuschnee und auf dem weiteren Weg mit einem neuen Sturmtief zu kämpfen hatten.
Am Dienstagmorgen um 10 Uhr trafen wir (Torsten Amann, Christian Baumgartner, Dieter Baumgartner, Thomas Eckert, Linda Eckert, Peter Schwindt und Markus Rebholz) wohlbehalten in Le Croisic ein.
Überall waren schon Gruppen von Helfern unterwegs, die begannen, Strandabschnitte von Öl zu säubern.
Sehr gefreut haben wir Laufenburger uns über die kurze, aber herzliche Begrüßung durch den damaligen Bürgermeister Christophe Priou.
Der Bauhof der Stadt war die Anlaufstelle für alle Helfer. Dort wurden wir gleich einem bestimmten Strandabschnitt zugewiesen - ein kleiner Sandstrand zwischen Plage Port-Lin und Baie Du Cruzifix.
Wir wussten nicht, was uns tatsächlich erwartet.
Von unserem Einsatzort aus sahen wir den riesigen Ölteppich. Auf den vorgelagerten Felsen saßen ölverschmierte Vögel mit ausgebreiteten Flügeln, unfähig weiter zu fliegen. Im Laufe des Tages sind diese dann einer um den anderen verschwunden.
Zunächst allein und anschließend zusammen mit Feuerwehrkollegen aus dem Südwesten Frankreichs wurde bis Eintritt der Flut gearbeitet. In den Nachtstunden schwemmte die Flut neues Öl an den zuvor gesäuberten Strandabschnitt. Jeden Morgen begannen wir am gleichen Abschnitt wieder mit dem Abtragen der neu angeschwemmten Last. Mit Schaufeln haben wir die „kaugummiartige Masse“ am Strand abgestochen, in große Eimer gefüllt und mit schweren Schritten durch den Sand zu bereitgestellten Containern getragen. Eine andere Möglichkeit war, die angeschwemmten Schichten, die bis zu mehreren Zentimeter dick sein konnten, einfach aufzurollen und abzutransportieren.
Es war eine wirkliche Knochenarbeit.
Für Medienrummel sorgte dann Greenpeace an unserem Einsatzabschnitt. Den Strand mussten wir für Filmaufnahmen verlassen. Viele TV-Sender hatten zu dieser Aktion der Umweltschützer ihre Filmteams geschickt. Doch genauso wie der Rummel begann, so hörte er auch wieder auf und …
… wir arbeiteten wieder alleine weiter.
Die Unterbringung in Le Croisic wurde gleich von „alten Bekannten“ des SNSM und der Feuerwehr organisiert und erfolgte in Privatunterkünften. Verteilt über die ganze Stadt haben wir am Abend die Quartiere bezogen.
In den freien Stunden sind die bestehenden Kontakte zum Seenotrettungsdienst, der Feuerwehr und dem Cercle Celtic aufgefrischt worden. In diesen Begegnungen, auch spontan auf der Straße, erfuhren wir die Freude über unseren Hilfseinsatz, den wir selbst als „moralischen Beistand“ verstanden haben.
Eine Botschaft, die ankam. Unter anderem dankten uns auch Altbürgermeister Marcel Laurant und Raymond Montais, der Präsident des Comité de Jumelage, für die tatkräftige Unterstützung.
Nach vier arbeitsreichen Tagen sind wir von Angehörigen der französischen Armee abgelöst worden. Einerseits waren wir über die Ablösung froh, andererseits sind wir mit etwas Wehmut aus Le Croisic abgereist, da die Arbeit noch nicht beendet war und wir unsere Freunde wieder verlassen mussten.
Die Heimfahrt haben wir dann bei Nieselregen damit begonnen, dass wir noch einmal an „unserem Strand“ vorbeigefahren sind und uns verabschiedet haben.
Bei meinen Besuchen in Le Croisic in den vergangenen Jahren habe ich es mir nicht nehmen lassen, jedes Mal „unserem Strand“ einen Besuch abzustatten, um erneut an speziell diese Zeit zurückzudenken.
Nach 10 Jahren ist es angebracht, sich an solche einschneidenden Ereignisse und Erlebnisse zu erinnern.
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| Bericht von: |
Thomas Eckert (BM) |
Bilder und Text (C) 2009 Feuerwehr Laufenburg (Baden)
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